INTERVIEW

IT-Kooperation läuft, Behandlungsinformationen fließen


März Health Suite gewährleistet sicheren Datentransfer

Die IT-Kooperation zwischen der Charité und Vivantes läuft, Behandlungsinformationen und -dokumente fließen gesichert elektronisch zwischen den Einrichtungen hin und her. Das spart Zeit, vermeidet Doppeluntersuchungen, erhöht die Arzneimitteltherapiesicherheit und verkürzt die Wartezeit von Patienten. Dabei dient die März Health Suite als zentrale Datenintegrations- und Interoperabilitätsplattform (IOP). Über den Stand des Projektes sprachen wir mit Janina Rexin, IT-Projektmanagerin bei Vivantes.

Welche Anforderungen müssen die IT-Systeme beim Datenaustausch erfüllen, Frau Rexin?

Janina Rexin: Das kann man sehr gut am Workflow festmachen. Zuerst einmal muss die externe Anfrage – etwa von der Charité an Vivantes oder umgekehrt – richtig geroutet werden. Das heißt, dass diese Anfrage nach bestimmten Dokumenten auch korrekt innerhalb der internen Systeme verarbeitet werden muss. Danach müssen die angeforderten Dokumente ausgefiltert, also sichergestellt werden, dass nur Arztbriefe, Rettungsstellenscheine, Röntgenbefunde, Laborwerte und Medikationspläne übermittelt werden. Zudem gilt es zu gewährleisten, die Anfrage dem richtigen Patienten zuzuordnen – Charité und Vivantes führen schließlich separate Patientenpools. Dabei gehen wir den Weg über die Versichertennummer. Die muss für die Transaktion sicher übermittelt und dann auf der Gegenseite geprüft werden, ob der Patient bekannt ist. Diese datenschutzrechtlichen Anforderungen sind sehr wesentlich im Projekt. Am Ende muss ein sicherer Datentransfer gewährleistet sein.

Wie verlief die Projektumsetzung hinsichtlich der März Health Suite für Ihr Haus?

J. Rexin: Die ist reibungslos verlaufen. Dazu hat sicher auch beigetragen, dass wir März und die Projektbeteiligten bereits aus vorherigen Projekten sehr gut kannten. Bei uns musste als Teil der März Health Suite noch ein Gateway implementiert werden, das die Kommunikation mit der Charité steuert. Teilweise konnten wir bestehende Komponenten weiterverwenden, die Integration der neuen hat dann sehr gut funktioniert. Wie gesagt kannten wir unsere Ansprechpartner bereits, und die haben die bekannt gute Zusammenarbeit auch in diesem komplexen Projekt nahtlos fortgeführt. Die Betreuung durch März ist weiterhin durchweg überzeugend.

Jetzt ist dieser Dokumentenaustausch ja nur das erste Teilprojekt der IT-Kooperation. Wie geht es weiter?

J. Rexin: Es geht bereits weiter. Seit Anfang des Jahres arbeiten wir am Austausch diskreter Daten wie Vitalwerten oder Einzelwerten aus dem Labor. Die Ausschreibung für dieses Projekt hat März gewonnen.

Bitte skizzieren Sie doch kurz, worum es in diesem Projekt geht, Frau Rexin.

J. Rexin: Bisher speichern wir viele Daten als Kurven oder Tabellen im PDF-Format. Das wollen wir ändern und diskrete Einzelwerte, etwa Blutdruck- oder Blutzuckerwerte, Laborparameter oder Vitalwerte wie Größe, Gewicht und Puls, für die elektronische Übermittlung aufbereiten. Dazu senden wir die Einzelwerte im neuen FHIR-Standard in eine Echtzeitdatenbank, das sogenannte Clinical Data Repository, kurz CDR. Aus dem heraus können die Daten dann ausgetauscht werden. Auf der anderen Seite möchten wir es auf dem Weg künftig auch Patienten ermöglichen, die von ihnen mit Gadgets wie Apps oder Fitnesstrackern erfassten Daten an die Kliniken zu übermitteln. Im ersten Schritt geht es aber um den Datenaustausch zwischen den beiden Einrichtungen. Die Darstellung der Daten erfolgt über einen speziellen Viewer, der ebenfalls Teil der Ausschreibung war. Gegenwärtig steht uns ein Testsystem zur Verfügung, mit dem wir bereits arbeiten. März baut parallel schon das Produktivsystem auf, das dann im Februar in Betrieb genommen werden soll.

Wie fällt Ihr Fazit zur Zusammenarbeit mit März in diesem Projekt bis heute aus?

J. Rexin: Bisher hat alles reibungslos und äußerst zügig funktioniert, auch im Vergleich zu anderen Großprojekten. März hat wieder einmal bewiesen, dass sie mit dem Druck, den Charité und Vivantes hier durchaus machen, gut umgehen und entsprechend schnell funktionierende Lösungen bereitstellen können.

Vielen Dank für diese Eindrücke, Frau Rexin.

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