INTERVIEW

Ein Projekt für die Zukunft der Gesundheitsversorgung


Eine funktionierende Technologie und Teamwork als Erfolgsfaktoren

Gunther Nolte, bis 31. Januar 2022 Ressortleiter IT und Digitalisierung bei Vivantes und Experte für Digitalisierungsstrategien im Gesundheitswesen, hat die IT-Kooperation Charité Vivantes maßgeblich mitgeprägt. Im Interview verrät er uns die Besonderheiten des Projektes und wie sie schließlich gelöst wurden.

Herr Nolte, warum haben Sie sich für März als Partner in der IT-Kooperation Charité Vivantes entschieden?

Gunther Nolte: Besonders herausstechend bei dem Angebot war die technische Leistungsfähigkeit der Interoperabilitätsplattform. Das konnte März praktisch nachweisen. Darüber hinaus hat uns die Nachhaltigkeit überzeugt, mit der Technik in eine langfristige Entwicklung zu investieren. Ergänzt wird das durch die aus früheren gemeinsamen Projekten bekannte große Kompetenz der Mitarbeiter.

Welche spezifischen Anforderungen muss die März Health Suite in der IT-Kooperation erfüllen?

Gunther Nolte: Wir haben zwei Komplexe ausgeschrieben. Zum einen die dokumentenbasierte Interoperabilität, also den Austausch von Behandlungsdokumenten zwischen Vivantes und Charité für gemeinsam behandelte Patienten, zum zweiten eine sichere Plattform zum Austausch diskreter Daten. Dafür braucht es zwei unterschiedliche Technologien und eine hohe Integrationsfähigkeit der Interoperabilitätsplattform, da unterschiedliche Subsysteme angebunden werden müssen. Ein zweiter wichtiger Punkt war die Erfüllung der regulatorischen Anforderung, insbesondere des Datenschutzes und der IT-Sicherheit. Im Projekt haben wir zentrale Dienste etabliert, beispielsweise das Protokollieren der Zugriffe auf Daten, einen Patientenverzeichnisdienst und einen Dienst zur Authentifizierung der Softwarezertifikate. Das ist sehr speziell und komplex, funktioniert jedoch einwandfrei. Last but not least sollte die Lösung auch eine semantische Normierung abbilden. Das heißt, wir wollen standardisierte internationale Terminologien mitverarbeiten. Dafür brauchten wir einen entsprechenden Terminologieserver, der zusammen mit der Gesamtlösung etabliert worden ist.

Wie verlief die Einführung der März Health Suite?

Gunther Nolte: In der Ausschreibung haben wir einen verbindlichen Rahmenprojektplan mit wichtigen Meilensteinen vorgegeben. Im ersten Schritt haben Charité und Vivantes die entsprechende technologische Infrastruktur – Server, Netzwerkintegration, Storagesysteme, Basissoftwareinstallation – geschaffen. Danach wurden die Krankenhaus-Informationssysteme der Häuser angebunden und zu einer übergeordneten Interoperabilitätsplattform vernetzt. Parallel haben wir eine Datenschutzfolgeabschätzung durchgeführt und mit den zuständigen Datenschutzgremien abgestimmt. Dann konnte die Lösung in den Echtbettrieb überführt werden. Dazu mussten wir die Mitarbeiter mitnehmen, ihre digitale Kompetenz aufbauen und über das Projekt informieren. Letztlich haben wir auch vorgegeben, wie die Qualitätssicherung der Lösung erfolgt. Dazu musste nach Projektabschluss ein Testszenario abgebildet werden, erst dann haben wir das Projekt abgenommen. März hat alle Schritte mit Bravour gemeistert.

Wie fällt Ihr Fazit bis heute aus, Herr Nolte?

Gunther Nolte: Dazu müssen wir die klassischen Zielerreichungsparameter betrachten. Ist das Projekt im geplanten Zeitrahmen geblieben? Konnten die fachlich-inhaltlichen Anforderungen auch technisch umgesetzt werden? Ist das Projekt im Kostenrahmen geblieben? All diese Fragen können wir bejahen. Das trifft im Übrigen auch auf das zweite Teilprojekt, den Austausch granularer Daten, zu. Für uns ist die Zusammenarbeit, die maßgeblich über eHealth.Business koordiniert wurde, überaus erfreulich, positiv und ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man es machen sollte.

An dem Projekt sind Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen – Medizin, Pflege, IT, Wissenschaft, Forschung – beteiligt. Wie hat die Zusammenarbeit in dieser Komplexität funktioniert?

Gunther Nolte: Wie hat das Team gearbeitet? Einfach als Team – und zwar außergewöhnlich gut. Genau das ist für mich auch eines der großen Erfolgskriterien für dieses Projekt, nämlich dass das Team aus einem Guss gearbeitet hat. Wir haben den unbedingten Willen aller, besonders auch den der Firma März gespürt, hier etwas Außergewöhnliches auf die Beine zu stellen. Schließlich haben wir hier in Berlin nun eine Lösung etabliert, die bundesweit Beispielcharakter hat.

Wie würden Sie denn den Beitrag von März zum Projekterfolg einschätzen?

Gunther Nolte: Die März Health Suite ist der Kern des Projektes. Funktioniert die Technologie nicht, funktioniert das gesamte Projekt nicht. Und dass sie funktioniert, hat die Interoperabilitätsplattform unter Beweis gestellt. Zudem ist sie weiter skalierbar und noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten. Außerdem hat sich das Unternehmen mit einem großen Know-how in das Projekt eingebracht. Auch in angespannten Phasen war Verlass auf die Mitarbeiter, die stets zeitnah, flexibel und kurzfristig reagiert haben.

Noch eine abschließende Frage, Herr Nolte: Was ist für Sie das Besondere an der IT-Kooperation zwischen Charité und Vivantes?

Gunther Nolte: Besonders ist das Projekt an sich. Mich hat fasziniert, wie sich etwas, das man theoretisch erdenkt, in der Praxis zu einem funktionierenden Ganzen entwickelt. Schließlich gab es keine Blaupause für unser Vorhaben. Hinzu kamen herausfordernde gesetzliche Vorgaben, denen wir unterliegen. Die haben sich aber weniger als Hemmnis, sondern vielmehr als Ansporn für alle Projektbeteiligten erwiesen. Und darum stehen wir heute auch nicht ohne Stolz da und können sagen, dass wir einen Meilenstein für die Zukunft der Gesundheitsversorgung etabliert haben.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Nolte.

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